
SUPArb - ein Erfolgsprojekt
Angebote entstehen. Manche davon verschwinden wieder oder münden in neue. Andere bewähren sich und wachsen beständig. SUPArb gehört zu den letzteren. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Titel „Suchtprävention im arbeitsmarktpolitischen Kontext“, womit auch schon viel über die Zielgruppe gesagt ist.

Martin Weber, Suchtprävention und Früherkennung
Gehen wir ins Jahr 2009. Damals überlegten das Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien (ISP) und der Dialog gemeinsam, wie man eine besonders vulnerable Zielgruppe erreichen kann, nämlich arbeitssuchende Menschen. Standard der modernen Suchtprävention ist es, nicht nur mit der primären Zielgruppe zu arbeiten, sondern vor allem mit Multiplikator_innen, die längerfristig Ansprechperson für das Thema im jeweiligen Setting sind: in diesem Fall Trainer_innen in arbeitsmarktpolitischen Einrichtungen. Ein Curriculum, das genügend Flexibilität bot, um auf Interessen der jeweiligen Gruppen einzugehen, wurde gemeinsam erstellt. Das Finanzierungsmodell war ebenfalls neu: Die Teilnehmer_innen werden individuell vom ISP gefördert, der Einrichtung entstehen also keine Kosten. Nach dem erfolgreichen ersten Durchgang wurde 2010 das Projekt ausgerollt und evaluiert: Das Interesse daran ist ungebrochen.
Die Ziele sind bis heute gleichgeblieben: Es geht um einen praxisnahen Umgang mit problematischem Konsum und Sucht von Menschen in arbeitsmarktpolitischen Angeboten. Die Inhalte reichen von Wissensinputs über die Reflexion der eigenen Rolle als Trainer_in bis zum Kennenlernen der Grenzen und Spielräume, um den Konsum anzusprechen. Inzwischen haben die Teilnehmer_innen der SUPArb-Schulungen die Möglichkeit, sich mit der Theorie mittels Videos vor den Präsenzveranstaltungen vertraut zu machen. Dadurch ist in den Schulungen, die während der Pandemie auch oft via Zoom abgehalten wurden, mehr Raum für Fragen zur Haltung und zum konkreten Tun. Dabei hat sich der Bedarf gezeigt, das konkrete Ansprechen eines problematischen Konsums zu üben. Daraus hat sich als aufbauendes Modul das Kommunikationstraining entwickelt, das nach der Basisschulung gebucht werden kann.
2021 ist ein anderes Thema in den Vordergrund gerückt, das uns seit der Pandemie verstärkt in allen Bereichen beschäftigt: psychische Belastungen. Auch dieses Thema wurde für SUPArb aufbereitet und ein weiteres Aufbaumodul mit Curriculum entwickelt. SUPArb hat sich damit nicht nur in der Angebotslandschaft behauptet, sondern wächst – und zeigt damit den Bedarf an Suchtprävention in diesem Setting auf. Gleichzeitig erreichen wir über die Trainer_innen Menschen, die durch ihre Arbeitslosigkeit einem potenziell höheren Risiko, eine Sucht zu entwickeln, ausgesetzt sind. Hier schließt der Standort Sucht und Beschäftigung an, der Behandlung und Betreuung für diese Personengruppe bietet und der verstärkt auch bei SUPArb mit der Suchtprävention und Früherkennung kooperiert. So werden Hindernisse auf dem Weg zur beruflichen Reintegration gemeinsam aus dem Weg geräumt.