
"Kinder müssen mit den Erwachsenen viel Geduld haben" (Antoine de Saint-Exupéry)
Schwerpunkt: Familie im Dialog
Die Zeit der Pandemie hat von einem Großteil der Menschen viel Rücksichtnahme und Einschränkungen verlangt. Wir wissen, dass gerade Familien sehr unter diesen Bedingungen gelitten haben und Kinder in keiner einfachen Zeit groß werden . Deshalb sind wir sehr froh, dass wir die bestehenden Angebote für Familien trotz Corona und den damit einhergehenden Maßnahmen im Jahr 2021 weiterführen und sogar ausbauen konnten:

Lisa Schindlauer, Suchtprävention und Früherkennung

Nadja Springer, Suchtprävention und Früherkennung
Die „MUKI 2“, eine Mutter-Kind-Gruppe für Kinder zwischen dem 18. Lebensmonat und 4. Lebensjahr, findet seit Herbst in geeigneten Räumlichkeiten eines Eltern-Kind-Zentrums statt, abermals in bewährter Kooperation mit dem Ambulatorium der Sucht- und Drogenkoordination.Die „klassische“ Mutter-Kind-Gruppe für Mütter und Babies im ersten Lebensjahr ist etabliert und wird gut angenommen. Mit regelmäßigen Covid-Tests und strengen Maßnahmen konnten wir auch 2021 zwei Durchgänge, wie geplant und erprobt, durchführen.
Die langjährige Erfahrung mit der „MUKI 1“ hat gezeigt, dass Bedarf an zielgerichteter Gesundheitsförderung sowie Stärkung der elterlichen Kompetenz auch nach dem ersten Lebensjahr besteht. Den Müttern fehlt oftmals ein Forum, in dem sie sich über kindspezifische Themen und Herausforderungen austauschen, aber auch ihre spezielle Situation der Substanzabhängigkeit und Elternschaft offen an- und besprechen können.

Ursula Zeisel, psychosoziale Leiterin
Das bewährte Konzept der Mentalisierung findet sich auch im Konzept dieser Gruppe wieder und ist den Bedürfnissen angepasst: Jeder Termin ist einem speziellen Thema gewidmet, das Eltern in dieser Entwicklungsphase beschäftigt. Es geht etwa um Trotzphasen, erweiterte Autonomiebedürfnisse der Kinder, aber auch um Stressbewältigung und Selbstfürsorge der Mütter. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz: Zwischendurch und nebenbei gibt es altersgerechte Spiel- und Fördermöglichkeiten für die Kinder.
Lückenlos weitergeführt wurde in Kooperation mit dem Institut für Erziehungshilfe im letzten Jahr auch der „kleine Leuchtturm“. Das ist ein Angebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien zwischen sieben und zwölf Jahren. Durchgeführt werden zwei parallellaufende Gruppen für fremduntergebrachte Kinder und Kinder, die bei den Eltern leben. Ein Gruppendurchgang besteht aus zehn Einheiten für die Kinder und drei begleitenden Abenden für Eltern und Obsorgeberechtigte. Wir freuen uns jedes Mal aufs Neue, mit dieser wichtigen und oft übersehenen Zielgruppe arbeiten zu dürfen. Ziel ist es, diesen Kindern eine altersgemäße Aufklärung über die Erkrankung ihrer leiblichen Eltern zu geben und einen Raum zu schaffen, der es ihnen und ihren Bezugspersonen erlaubt, Alltagssituationen und daraus resultierende Affekte zu bearbeiten. Die Einheiten bauen aufeinander auf und behandeln jeweils einen zentralen Schwerpunkt, der in Berücksichtigung auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Kinder bearbeitet wird.
Wir wünschen uns und hoffen, dass wir in diesen schwierigen Zeiten mit unseren Gruppen einen Teil dazu beitragen können, den Fokus auf die psychische Gesundheit von Kindern und deren Familien zu legen und damit auch ein Stück wirksam zu sein.